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Als wir 1993 Montecastelli kauften, glich das ganze Gelände mehr oder weniger einer Müllhalde. Zwischen Gestrüpp und Unkraut, Steinen und Unrat fristeten Olivenstämmchen ihr kärgliches Dasein. Es ließ sich nur schwer abschätzen, was überhaupt erhaltenswert war. Sommer und Herbst vergingen mit Aufräumarbeiten; allein an Alteisen, Glas- und Terracottascherben, alten Schuhen und Küchenutensilien förderten wir zwei ganze LKW-Ladungen an den Tag. 
 
Danach zeigte sich, daß die Olivenstämmchen aus gesunden, Jahrhunderte alten Wurzelballen sprossen. In dem extrem kalten Winter von 1985 waren nämlich fast alle Olivenbäume in der Toskana erfroren, nur die Wurzelstöcke überlebten. Die Olivenbäume von Montecastelli bildeten da keine Ausnahme und es wurde jetzt, 8 Jahre danach höchste Zeit, die nachwachsenden Stämme unter sachkundiger Leitung unseres Freundes, des Gartenarchitekten Sandro di Mare zu schneiden und zu fördern. Um jeden einzelnen Baum mußte die Erde mit der Hacke aufgelockert und mit Kompost und anderen organischen Stoffen gedüngt werden. Diese Arbeiten wurden jährlich wiederholt bis der Boden nach 5 Jahren endlich so weit war, dass wir maschinell hacken konnten. Im Frühsommer wurden Insektenfallen in den Bäumen aufgehängt, da eine Spritzung mit chemischen Mitteln nicht in Frage kam. Wir pflückten die Oliven per Hand, so wie wir es auch heute noch tun, wobei man beschädigte Früchte und die tanninhaltigen Blätter und Ästchen aussortieren kann. Schon nach kurzer Zeit wurde es deutlich, wie gut sich die Bäume dank der biologisch ausgewogenen Behandlungsmethoden entwickelten, sie wuchsen, wurden kräftig und gesund (mehr Info zum Olivenhain unter Farm). 
 
Montecastellis Tuffböden begünstigen das Wachstum der Olivenbäume und bald hörten wir auch in unserer Nachbarschaft, daß schon früher das Olivenöl von Montecastelli das beste der Gegend gewesen ist. Das Öl aus unserer ersten Ernte tauften wir "Primo Olio" und der Name prägte sich schnell ein. Innerhalb von nur zwei Jahren eroberte sich Primo Olio einen Ruf für hervorragende Qualität auf dem europäischen sowie dem US Markt.Auch heute noch ist das Olivenöl die Basis unseres landwirtschaftlichen Betriebes mit dem alten Olivenhain und seinen 250 Bäumen und den über 1000 jungen Bäumen, die wir 1997-1998 angepflanzt haben und hoffentlich recht bald erste nennenswerte Erträge bringen. 
 
Nachdem der alte Olivenhain wieder zum Leben erweckt worden war, galt es einen Gemüsegarten anzulegen. Ruth hatte schon einige Erfahrungen im bio-dynamischen Gartenbau nach Rudolf Steiner gesammelt , als sie mehrere Jahre lang in der Nachbarschaft einer Bio-Farm nördlich von New York lebte. Sie hatte sich schon immer für dieses Thema interessiert, besuchte Seminare und konnte jetzt ihr Wissen in Montecastelli gut einbringen. Jedes Jahr wurde etwas mehr Land für Beete vorbereitet und mit großzügigen Düngegaben von den Schafen unserer Nachbarn und unserem eigenen Kompost verbessert. Außerdem wurden dem Boden Algensand und Marmorstaub aus den nahen Brüchen beigegeben. 
 
Ruth benutzte Pflanzen, die sie selbst aus Samen mit besonders gesundem Erbgut anzog. Das waren hauptsächlich Sorten, die aus Gärten italienischer Einwanderer in Amerika stammten und deshalb gut hierher paßten. Je größer die Vielfalt in den jeweiligen Gemüsearten desto besser! Sie setzte z.B. 15 Tomatensorten, 10 Sorten Basilikun etc. um heraus zu finden, welche am besten den Böden und dem Klima in Montecastelli entsprachen. Dabei stellte sich heraus, daß Tomatensorten wie z.B. Old Flame (gelb mit flammend-roten Streifen) und Brandywine (eine rosa Sorte) hervorragend neben den typisch italienischen Sorten wie Milano, San Remo u.a. gediehen. Auf den etwas hügelig angelegten Beetreihen, an den Seiten mit Stroh belegt, wird in einer Rinne gepflanzt, so wie man es in Biogärten in Nordamerika macht, so daß jegliches Wasser optimal genutzt wird, das bei uns in Montecastelli ein besonders wertvolles Gut ist. Die tägliche Bewässerung geschieht mittels eines Tropfsystems. 
 
Heute umfaßt der Gemüsegarten drei terrassierte Bereiche und produziert genug, um Bewohner und Gäste von Montecastelli zu versorgen und Wintervorräte anzulegen. Es ist einfach schön, am Ende eines Tages Gemüse und Kräuter für den Abendbrottisch aus dem eigenen Garten zu holen und je nach Jahreszeit das zu essen, was der Garten anbietet. Zusammen mit den frischen Eiern unserer Hühner, dem Fleisch der eigenen Schweine und unserem Olivenöl sind wir fast das ganze Jahr über Selbstversorger. 
 
Für die Gestaltung des Ziergartens mit Blumen, Büschen und Bäumen zeichnet Sandro di Mare verantwortlich. Wenn Sie den Hügel nach Montecastelli hinauf kommen, werden Sie sogleich von den schlanken Säuleneichen begrüßt, die Sandro entlang der Rückseite der an den Hof angrenzenden Gebäude gepflanzt hat. Gleich gegenüber duftet es vom mediterranen Beet her, das mit armomatischen Wildkräutern- und Büschen bepflanzt ist, die wir in einer Spezialgärtnerei gefunden haben, der Vivaio Vensano (mehr über Link) bei Volterra. 
 
Mit Erfolg hat Ruth immer wieder ausgesuchte Samen der eigenen Pflanzen und daneben hauptsächlich regional-typische oder sehr ähnliche Pflanzen verwendet.Im Garten wachsen Mispelbäume von Kernen der Früchte, die wir zum Nachtisch verspeist haben; verschiedene Mohnarten, die gut in regenarmen Zonen gedeihen; verschiedene Lavendel-, Jasmin-, Rosmarin-, Salbei-, Artemisia- und Akkelei-Arten ebenso wie rankende Rosen, die in den Ästen der Olivenbaume klettern, die an den Beeträndern stehen und die wilden Zystrosen. 
 
Sie sehen, Montecastelli ersteht wieder zu neuem Leben und mit Hühnern und Cinto-Senese-Schweinen , den Olivenhainen, Gemüse- und Blumengärten wollen wir eine Tradition fortführen, die die Benediktiner Mönche hier vor vielen Jahrhunderten gelebt haben.    
Chard
Mangold

Roses
Rosen

Onions
Zwiebeln

Peas
Erbsen

Our Dirt
Lauch

Cavolo
Schwarzkohl

Harvesting Lavender
Lavendel Ernte

Tomato Leaves
Junges Tomatenblatt

Lettuce
Salat

Zucchini Flower
Zuchini Blüte

Eggplant.jpg
Aubergine

Salad
Salat



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